Inklusive Beschulung

Die Astrid-Lindgren-Schule ist seit ihrer Gründung im Frühjahr 1995 bestrebt, eine Schule für alle Kinder zu sein. Mit dem Beginn des Schullebens entstand hier die Standortschule für den „Gemeinsamen Unterricht“ (GU) in Hochheim. Diese Form des Unterrichts ermöglicht den Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf (Kinder mit Behinderungen) eine wohnortnahe Beschulung. Der Gemeinsame Unterricht beinhaltet die gleichzeitige Beschulung von behinderten und nichtbehinderten Kindern in Integrationsklassen. Seit 2011 ist die Integration von Kindern mit Behinderung in der allgemeinen Schule unter dem Begriff „Inklusion“ gesetzlich formulierte Pflicht für alle Schulen.

Mit der Ratifizierung der „UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ durch die Bundesrepublik Deutschland hat sich unser Staat verpflichtet, eine inklusive Bildung umzusetzen.

 

Umdenken ist angesagt!

 

Die inklusive Bildung erfordert ein Umdenken. Sie geht davon aus, dass jeder Mensch das Recht hat, seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten entsprechend gefördert zu werden. Schule und Gesellschaft müssen individuelle Lernzugänge bzw. Lebensbedingungen ermöglichen.

(§24 UN – Behindertenrechtskonvention) 

 

Das Kollegium der Astrid-Lindgren-Schule Hochheim unterstützt das selbstverständliche Miteinander von behinderten und nichtbehinderten Kindern. Es gilt, sich gegenseitig mit seinen Stärken und Schwächen wahrzunehmen und zu akzeptieren. Jedes Kind wird entsprechend seiner intellektuellen, körperlichen, emotionalen und sozialen Entwicklung gefördert und begleitet. 

Die inklusive Arbeit beeinflusst Lehrer und Lehrerinnen, Schüler und Schülerinnen, Eltern und das gesamte soziale Umfeld. Es bildet die Basis für ein selbstverständliches Miteinander von Behinderten und Nichtbehinderten im Schulalltag. Das Zusammenleben von behinderten und nicht behinderten Menschen ist in erster Linie eine Frage der Haltung und des Ernstnehmens von Heranwachsenden.  

Letztendlich haben sich an unserer Schule durch dieses Unterrichtsprinzip die Arbeitsweise und der Umgang der Menschen untereinander nachhaltig verändert. Wir beobachten mehr Offenheit, Transparenz und Kommunikation innerhalb des Kollegiums und der Schülerschaft. 

 

 

Umsetzung an unserer Schule

 

In jeweils einer Klasse eines Jahrganges werden zurzeit bis zu vier Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf mit den Förderschwerpunkten Sprache, Lernen, geistige Entwicklung, körperliche- und motorische Entwicklung und/oder emotionale und soziale Entwicklung aufgenommen. Der Unterricht in diesen Klassen wird stundenweise gleichzeitig von einer Förderschullehrerin und einem/r Grundschullehrer/in geleistet (Doppelsteckung). Alle Kinder profitieren von der Anwesenheit zweier Bezugspersonen, da auf die Bedürfnisse, Erwartungen und Lernausgangslage jedes einzelnen Kindes viel differenzierter und persönlicher eingegangen werden kann.

 

Die der Schule zugewiesenen Lehrerstunden für die sonderpädagogische Förderung      werden im Team (Förderschullehrerinnen, Klassenlehrerinnen und –lehrer und Schulleitung) entsprechend der individuellen Bedürfnisse der einzelnen Klassen verteilt. 

Durch die unterschiedlichen Lernausgangslagen der Schüler ist ein hohes Maß an differenzierenden Arbeitsweisen notwendig, die in unterschiedlichen Organisationsformen wie Tagesplan, Wochenplan, Freie Arbeit, projektorientiertes Arbeiten, Helfersysteme, Kleingruppenarbeit umgesetzt werden.